Es gab Zeiten, da gab´s den Kaffee nur beim Friseur…



Erstmals erwähnt wurde Kaffee in der Region Kaffa in Äthiopien im 9. Jahrhundert und gelangte etwa im 14. Jahrhundert nach Arabien.

Handelszentrum war dort die Hafenstadt Mocha (Mokka), heute als al-Mukha im Jemen gelegen.

Der Legende nach sollen es äthiopische Hirten gewesen sein, denen die belebende Wirkung von Kaffee aufgefallen ist. Einige Ziegen ihrer Herde hatten von Sträuchern mit weißen Blüten und roten Früchten gefressen und sprangen die ganze Nacht hindurch wild umher und waren nicht zu beruhigen. Die Hirten suchten Rat bei den Mönchen eines nahe gelegenen Klosters. Diese bereiteten aus den Früchten einen Aufguss – den ersten Kaffee der Menschheit – und konnten seitdem bis tief in die Nacht wach bleiben.

Bei der ursprünglichen Zubereitung wurden die Bohnen in einer großen Eisenpfanne geröstet und danach grob gemahlen oder zerstampft und mit Wasser und Zucker in einer „Jabana“, einem bauchigen Tonkrug, aufgekocht und in kleinen Schalen serviert.

Das Wort Kaffee lässt sich bis auf das arabische qahwa zurückverfolgen und gelangte über das türkische kahveins Italienische caffè und ins Französische café.

Im 15. Jahrhundert kamen die Menschen in Persien und im Osmanischen Reich auf den Kaffeegeschmack. Um 1511 entstanden dann in Mekka die ersten Kaffeehäuser. Kurze Zeit später mussten sie aber schon wieder geschlossen werden, da das Kaffeetrinken verboten und mit hohen Strafen belegt wurde.

Auch unter Sultan Murad III hatten es die Kaffeetrinker nicht leicht: Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erließ er ein Kaffeeverbot, das schließlich von Murad IV mit aller Härte durchgesetzt wurde. Der Sultan ließ bestehende Kaffeehäuser niederreißen und Kaffeetrinker verfolgen – bis hin zur Todesstrafe. So kam es, dass sich Kaffeehäuser bisweilen als Barbierläden tarnten, in denen man seinen Kaffee sozusagen gut getarnt zu sich nehmen konnte.

Und wie kam der Kaffee nach Österreich?

Mit der Türkenbelagerung im 16. Jahrhundert wurde der Kaffee in Österreich en vogue.

Als Kaffeebohnen etwa zweithundert Jahre später aufgrund einer napoleonischen Handelssperre unfassbar teuer wurden, standen die Wiener Kaffeehäuser allerdings kurz vor dem Aus. Die Rettung war die Erlaubnis in Kaffeehäusern auch Speisen und Wein zu servieren - die Geburtsstunde der Wiener Kaffee-Restaurants.


PS, 09/2018

(Quellen: Alte Kaffeerösterei Flensburg, Club der Wiener Kaffeesieder)

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